Ein Bestattungswald für Halle

Bildbeispiel Bestattungswald

Aus Sicht unserer Fraktion könnten sich besonders die Reserve- und Erweiterungsflächen im nördlichen Bereich des Gertraudenfriedhofs, mit der dort bereits bestehenden waldartigen Struktur, gut für die Einrichtung eines Bestattungswaldes eignen.

Die deutsche Bestattungskultur ist im Wandel. 2011 gab es in Deutschland erstmals mehr Feuer- als Erdbestattungen. Die Nachfrage nach pflegefreien Urnengräbern in natürlicher Umgebung steigt stetig. Das liegt unter anderem auch daran, dass unsere Gesellschaft mobiler geworden ist und Familien weit verstreut leben, was die Grabpflege für die Angehörigen erschwert. Diese Entwicklung schlägt sich auch in der wachsenden Zahl an Bestattungswäldern nieder. Bei einer Waldbestattung wird eine biologisch abbaubare Urne mit der Asche einer verstorbenen Person im Wurzelbereich eines Waldbaumes beigesetzt.

2001 eröffnete der erste Bestattungswald in privater Trägerschaft in Deutschland. Seitdem sind deutschlandweit etwa 150 solcher Wälder entstanden. Die nächstgelegenen Friedwälder für unsere Region befinden sich in Freyburg und Sangerhausen und damit in etwa 50 Kilometern Entfernung. Unterdessen entscheiden sich aber auch immer mehr Kommunen für die Einrichtung eines solchen Angebots in eigener Trägerschaft. Warum nicht auch Halle?

Neben ihrer Rolle als Trauer- und Gedenkorte erfüllen unsere Friedhöfe vielfältige Funktionen. So dienen sie etwa als Erholungsräume für die Bevölkerung sowie als „grüne Oasen“ mit einer wichtigen Bedeutung für die Biodiversität und das Stadtklima. Leider sind aufgrund der Dürre in den Jahren 2018 und 2019 auf den halleschen Friedhöfen insgesamt gut 1250 Bäume der Trockenheit zum Opfer gefallen.

Der beschriebene Wandel der Bestattungskultur hat eine geringere Auslastung und damit einen höheren Pflegeaufwand und steigende Kosten zur Folge. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit unsere Friedhofskonzepte anzupassen. Diesen Prozess wollen wir mit der Einrichtung eines Bestattungswaldes verstetigen. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein solches Angebot von den Menschen in unserer Stadt gut angenommen werden würde.

Diese Initiative auf dem Bürgerinfoportal der Stadt Halle (Saale) einsehen