Sozialarbeit muss in Kitas Alltag werden

Sozialarbeit muss in Kitas Alltag werden

Sozialarbeit an Schulen ist kaum mehr aus dem Leistungsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe wegzudenken. Aber an Kitas? Leider ist das in Halle noch kein Thema. Magdeburg ist hier um einiges weiter. Bereits seit Anfang des Jahres arbeiten hier sechs Sozialarbeiter*innen im Auftrag der Kommune in Kitas.

Mit der Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes in Sachsen-Anhalt ist es seit letztem Jahr möglich, Fördermittel für Sozialarbeit in Kitas zu beantragen. Im kommenden Jahr sollen nun neun Stellen durch das Land in Halle finanziert werden. Aus unserer Sicht sollte das Angebot jedoch von Anfang an weit gestreut werden. Deswegen haben wir in die Haushaltsberatung einen Änderungsantrag eingebracht, dass die Stadt neun zusätzliche Stellen finanziert. Die Kosten dafür belaufen sich auf 240.000 Euro pro Jahr.

Wir erleben in Halle eine Zunahme von Belastungen und Problemlagen bei Familien mit Auswirkungen auf die Entwicklungs-und Bildungschancen von Kindern. Beratungs- und Unterstützungsleistungen werden zu wichtigen Bausteinen einer erfolgreichen Präventionsarbeit. Aus unserer Sicht sind es präventive Ansätze wie dieser, die in Halle gestärkt werden müssen, um die jährlichen Aufwüchse bei sozialen Leistungen wie der Inobhutnahme mittelfristig rückgängig zu machen. Dies erfordert eine große Kraftanstrengung aller Beteiligten, von der Verwaltung über den Stadtrat bis hin in die einzelnen Einrichtungen, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Wir sind uns dennoch sicher, dass dieser Weg zum Erfolg der Bekämpfung der Kinderarmutsproblematik und der vielfältigen Problemlagen in den Familien beitragen wird.