Wie gut ist die Betreuungsqualität in Kitas in Halle-Neustadt?

Kinder im Kindergarten auf einer Bank

Trotz sehr positiver Entwicklung in Halle-Neustadt kämpft der Stadtteil dennoch mit einer Vielzahl sozialer Problemlagen. Die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen ist besonders in sozialen Brennpunkten entscheidend, um Kindern und deren Familien Hilfsangebote vermitteln zu können. Zur Betreuungsqualität in neustädtischen Kitas stellte Dr. Detlef Wend im Stadtrat am 25. März 2020 eine schriftliche Anfrage, die die Verwaltung wiefolgt beantwortete.

1. Wie wirkt sich das das neue KiFöG LSA sowie das Gute-Kita-Gesetz auf den Personalschlüssel der Kitas aus?

Durch das KiFöG-LSA hat sich der Personalschlüssel ab 01.08.2019 im Krippen- und Kindergartenbereich um ca. 4% verbessert.

2. Wie ist den einzelnen Kitas der Personalschlüssel „Pädagogische Fachkraft: Betreute Kinder“ für die Bereiche Krippe und Kindergarten?

Aktuell gelten die folgenden Schlüssel:
– Kinderkrippe: 0,187 pädagogische Fachkräfte pro Kind bzw. 5,35 Kinder pro pädagogische Fachkraft
– Kindergarten: 0,083 pädagogische Fachkräfte pro Kind bzw. 12,05 Kinder pro pädagogische Fachkraft

3. Ermöglichen die in Frage 2 darlegten Personalschlüssel aus Sicht der Verwaltung eine kindgerechte Betreuung in allen Einrichtungen vor dem Hintergrund der vielfältigen Problemlagen in Halle-Neustadt?

Als Kriterium für eine kindgerechte Betreuung gilt die gesetzliche Grundlage.

4. Wie hoch ist in Halle (Saale) insgesamt der zusätzliche Bedarf an Personal und Finanzierung für eine optimale Betreuung vor dem Hintergrund der vielfältigen Problemlagen in Halle-Neustadt?

Der zusätzliche Personalbedarf und der damit in Verbindung stehende Finanzierungsaufwand lässt sich pauschal nicht einschätzen, da die Bedarfe in den Einrichtungen unterschiedlich sind und sich diese über das Stadtgebiet Halle Neustadt hinaus auswirken.

5. Welche Schritte müssten eingeleitet werden, um eine Verdoppelung des Personalschlüssels während der Kernöffnungszeiten der Einrichtungen zu erreichen, wie es die Stadt Dresden bereits umgesetzt hat?

Eine Änderung des Personalschlüssels als solches obliegt einer gesetzlichen Änderung, welche nicht auf einer Trägerentscheidung beruhen kann. Um eine Verdoppelung des Personals zu erreichen, muss zudem Personal in entsprechender Größenordnung auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dazu gehört die Suche nach Personalressourcen. Hier ist der Eigenbetrieb Kindertagesstätten durch ein umfangreiches Bewerbungsmanagement mit zahlreichen Bewerbertagen und durch Modelle, wie z. B. der praxisintegrierten und berufsbegleitenden Ausbildung von Kinderpfleger*innen und Sozialassistent*innen sehr intensiv bemüht, ausreichend Personal zur Sicherung aller jetzigen gesetzlichen Anforderungen vertraglich zu binden.

6. In wie vielen Kitas gibt es Servicekräfte, die die Erzieher*innen bei der Essensausgabe und der Reinigung nach dem Essen entlasten?

Alle Einrichtungen halten Servicepersonal für die Ausgabe von Mahlzeiten vor. Reinigungsarbeiten werden von Reinigungsdiensten geleistet.

7. Wie viele duale Ausbildungsplätze sind derzeit in Kitas des Eigenbetriebes in Halle-Neustadt besetzt und wie viele duale Ausbildungsplätze sollen im kommenden Ausbildungsjahrgang in diesen Kitas besetzt werden?

Im Rahmen der Fachkräfteoffensive „PIA“ (praxisorientierte Ausbildung) stehen aktuell 14 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Davon sind 3 Ausbildungsplätze in Halle Neustadt verortet. Wie viele Ausbildungsplätze für das kommende Ausbildungsjahr in Anspruch genommen werden können, wurde von Ministeriumsebene noch nicht abschließend bekannt gegeben.

8. Wie viele multiprofessionelle Teams arbeiten in den Kitas des Eigenbetriebes?

Der Eigenbetrieb Kindertagesstätten fördert gezielt die Einstellung von Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Professionen, um möglichst flächendeckend multiprofessionell arbeiten zu können. So sind beispielsweise in 14 Einrichtungen Sprachberater*innen im Rahmen des Bundesprojektes „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ beschäftigt. Der Eigenbetrieb Kindertagesstätten ist bestrebt, in jeder Einrichtung Heilpädagogen*innen oder Heilerziehungspfleger*innen einzusetzen. Auch hier spielt die aktuelle Arbeitsmarktsituation eine gravierende Rolle bei der Besetzung dieser Stellen. Daher unterstützt der Eigenbetrieb auch für diese Berufsfelder eine berufsbegleitende Ausbildung.
Derzeit sind im Eigenbetrieb Kindertagesstätten 36 Heilpädagogen*innen und 10 Heilerziehungspfleger*innen beschäftigt.